Max Kohn, Biographie

Geboren am 17.11.1954, (fast hinter der Theke unseres Krämerladens, meine Mutter schaffte es aber noch bis zu unserem roten Diwan, schönes Möbelstück für die Geburt eines Künstlers) in Esch/Alzette, Luxemburg.

Mit neun Monaten lief ich wie der geölte Blitz, mit 20 Monaten stoppte mich Kinderlähmung, verlangsamte meine Fortbewegungsmöglichkeiten bis zum Stillstand. Ab da hatte ich viel Zeit und Musse meine Umwelt aus der Kriechtierperspektive zu beobachten, vielleicht bin ich deswegen Künstler geworden, meine Augen bewegten sich intensiver als meine Beine.

Nach 6 Jahren Volksschule pressten meine Eltern mich auf ein Gymnasium, ich wollte Schmied werden. Nach 2 Jahren verließ ich, auf gegenseitiges Einvernehmen, sprich ich wurde gegangen und ging auch gerne, das Gymnasium. Eine Zigeunerin weissagte meiner Mutter vor meiner Geburt dass sie einen Sohn gebären würde, welcher Ihr viel Freude aber auch großen Kummer und Sorgen bereiten würde.

Nach dem Gymnasium in Esch, hässliche Lehranstalt, mit einer Pedagogik wie im neunzehten Jahrhundert, einjähriger Job in einer Eisenwarenhandlung, humane, frohgesinnte Menschen als Arbeitskollegen, und der Chef, ein ehemaliger Pfarrer war auch sehr umgänglich, vielleicht weil er Belgier war, ein Land in welchem ich immer wieder auf lustige, trink-und essfeste menschen traf, mit einem soliden Humor und gesundem Menschenverstand ausgerüstet. In dieses gelobte Land begab ich mich alsdann, von 1971-1974 war ich am Institut des Arts et Techniques Artisanales, in NAMUR, Zeichnen, Bildhauerei und Drucktechniken.

Danach wieder ein Jahr Eisenwarenhandlung, eine andere, die waren dort so begeistert von mir dass sie mich zum Bürochef machen wollten, des Guten zu viel für mich, und ich setzte mich nach einem Jahr nach Deutschland ab, an die Staatliche Akademie der bildenden Künste Karlsruhe, 1975-1981, nie richtig eingeschrieben, da ich die Aufnahmeprüfung zweimal verpazt hatte, aber netterweise von den Professoren geduldet als Dauergaststudent, dieser Akademie, ihren Professoren, Fachlehrern habe ich viel zu verdanken. Es war eine schöne Zeit in Karlsruhe, la Boheme. Endlich gab es auch Frauen die mich als Mann und Freund zu schätzen wussten, dies blieb mir in Luxemburg versagt, die luxemburgischen Mädchen hatten zu der Zeit ja auch einen ausgeprägten Geschmack was Männer betrifft, leider fiel ich durchs Netz. An der Akademie: Zeichnen, Stein-und Holzbildhauerei, Abgusstechniken, Radierung und Maltechniken: Professor Hans Kindermann, Bildhauerei, Professor Wilhelm Loth, Bildhauerei, Professor Hiromi Akyama, Bildhauerei, Professor Overkott, Maltechniken, Meister Willi Seidel, Radierung.

Von 1978-1981 Student an der Kunstschule Mannheim, Radierung, Lithographie, Holzschnitt bei Karl Rödel, Maler, Bildhauer, Holzschneider, Radierer, Lithograph, Künstler und Freund.

Seit 1981 bin ich freischaffender Künstler in Luxemburg und Frankreich.

Ich sehe mich und meine Arbeit in der großen Tradition der oft totgesagten und doch sehr lebendigen bildenden Kunst, d.h. ich bin kein Kommunikationsaffe und auch kein Medienclown, sondern ein Künstler der mit den alten Techniken arbeitet. Ich haue Bilder aus Stein und Holz, schmiede und schweiße mit Eisen und Stahl, zeichne mit Bleistift und Tusche, male in Oel, modelliere in Gips und Ton, lithographiere auf Stein, schneide Bildstöcke in Holz und Linoleum, radiere auf Kupfer und Zink. Meine Themen sind Mensch, Tier, Landschaft, Pflanzen. Der weibliche Körper hat Vorrang.

Max Kohn

Ozerailles, den 11. Januar 2010